25.03.2016 00:52

Taucheruhren – die Schutzpatrone der Taucher

uhr wasserdichtIn Zeiten moderner Tauch-Computer sind traditionelle Taucheruhren noch lange nicht aus der Mode gekommen. Doch beim Tauchgang eine Armbanduhr am Handgelenk zu tragen, ist längst nicht nur eine Frage von Stil und Geschmack. Noch immer gelten die Taucheruhren sowohl Freizeit- als auch Sport- und Berufstauchern als zuverlässige und robuste Begleiter unter Wasser.
Mit ihnen werden die genauen Tauchzeiten gemessen und es wird das Einhalten der Dekompressionszeiten überwacht. Neben den Tauchcomputern übernehmen Sie heute eine zusätzliche Absicherung beim Tauchen und funktionieren so als eine Art Wächter, auf die sich der Taucher im Zweifel jederzeit verlassen kann.

Allgemeines über die Armbanduhren zum Tauchen

Die erste Taucheruhr wurde im Auftrag des französischen Militärs entwickelt. Der Marinekapitän Robert Maloubier und der Leutnant Claude Riffaud wollten ihre Kampfschwimmereinheit mit einem mechanischen Einsatzzeitmesser (EZM) ausstatten, mit dem unter Wasser die genaue Zeit angezeigt werden konnte. Die Tauchenden sollten mit einer Armbanduhr die Möglichkeit haben, den Start ihres Tauchgangs einzustellen, ihre Zeit präzise zu verfolgen und beim Auftauchen die Dekompressionszeiten einzuhalten.
Mit der Fertigung einer solchen Armbanduhr wurde der Schweizer Hersteller Blancpain beauftragt, der mit dem Modell Fifty Fathoms im Jahr 1953 die erste Taucheruhr der Welt vorstellte. Die Uhr war wasserdicht und druckfest bis zu einer Tiefe von 50 englischen nautischen Fathoms (1,829 m = 1 Fathom). Dieser Eigenschaft verdankte die neu entwickelte Uhr auch ihren Namen. Das Modell wurde in den kommenden Jahrzehnten von Blancpain stetig verbessert und ausgerüstet mit technischen Innnovationen wie beispielsweise ein im Dunkeln leuchtenden Ziffernblatt und leuchtende Zeigern wieder neu aufgelegt.
Nicht lange nach der Erfindung der Taucheruhren begannen immer mehr Uhrenhersteller mit deren Produktion. Heute haben viele renommierte Uhrenmarken eine Auswahl an Taucheruhren im Angebot. Dazu gehören vor allem Luminox, Citizen und Seiko. Auch die Entwicklung hochmoderner Tauch-Computer hat der Fertigung von Taucheruhren kaum Abbruch getan. Heute gelten die Uhren vor allem als zuverlässige Absicherung, als „Backup“ unter Wasser, um auch im Falle des Versagens eines Tauchcomputers stets die Tauchzeiten im Blick zu haben.

Funktionsweise von Taucheruhren heute

taucher mit uhrDie Handhabung von Taucheruhren hat sich bis heute kaum verändert. Von Beginn an wurde bei der Entwicklung der spezialisierten Armbanduhren auf eine besonders intuitive und einfache Bedienung Wert gelegt, die es dem Tauchenden in jeder Situation ermöglichen sollte, die Uhr präzise einzustellen und abzulesen.
Für die Messung der Tauchzeit ist die Taucheruhr mit einer drehbaren Lünette versehen, bei der das Drehen aber stets nur in eine Richtung möglich ist. Mit ihr wird bei allen Tauchgängen die Startzeit markiert, indem die Nullmarkierung auf die Position des Minutenzeigers gebracht wird. Dass die Lünette nur gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden kann, dient der Sicherheit: Auch wenn sich die gesetzte Startzeit ungewollt einmal unter Wasser verstellen sollte, liegt die markierte Zeit immer vor der eigentlichen. Somit wird ein Überschreiten der Nullzeit zuverlässig verhindert und drohenden Gesundheitsschäden durch zu schnelle Dekompression vorgebeugt.
Moderne Armbanduhren zum Tauchen und professionelle Einsatzzeitmesser sind häufig mit zusätzlichen Attributen ausgestattet, wie beispielsweise Chronograph, Datumsanzeige und Stoppuhrfunktion. Um ihre Funktion gewährleisten zu können, besitzen gute Taucheruhren eine Reihe von Eigenschaften, die speziell auf die Verhältnisse unter dem Wasser abgestimmt sind.

Was sollte eine gute Taucheruhr leisten können?

Ein Taucher muss sich auf seine Uhr jederzeit zu 100 Prozent verlassen können, deshalb unterliegen Taucheruhren strengen und kontrollierten Normvorgaben. Absolute Wasserdichtigkeit, Druckfestigkeit und eine klare Ablesbarkeit machen eine gute Taucheruhr aus. Dass diese Merkmale den Normen entsprechend eingehalten werden, wird in Deutschland ständig überprüft. Unter der Bezeichnung „Taucheruhr“ oder „Diver’s Watch“ dürfen hierzulande nur Uhren verkauft werden, die die Kriterien der DIN 8306-Norm (international ISO 6425) entsprechen.
Diese „echten“ Taucheruhren halten nicht nur Spritzwasser zuverlässig stand, sondern müssen stoßsicher, druckfest und wasserdicht bis zu mindestens 20 bar sein. Des Weiteren müssen der Sekundenzeiger oder eine andere Kontrollanzeige, sowie die voreingestellte Zeitspanne auch im Dunkeln erkennbar sein. Die Uhren müssen antimagnetisch sein, da die Wahrscheinlichkeit, dass sie gelegentlich unter Magnetfeldeinfluss geraten, relativ hoch ist. Hat eine Uhr alle Tests bestanden und ist nach DIN 8306 als echte Diver’s Watch zertifiziert, kann man sich absolut auf den mechanischen Tauchbegleiter verlassen.
Nicht alle Hersteller lassen ihre Uhren nach dieser Norm zertifizieren. Nicht zertifizierte Uhren können dennoch als Taucheruhren geeignet sein. Beim Kauf ist es dann wichtig, bei den angegebenen Eigenschaften darauf zu achten, ob sie mit dem DIN-Maßstab vergleichbar sind. Wer hier auf Markenprodukte setzt, liegt auf der sicheren Seite.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Wie bereits erwähnt, kann man beim Kauf einer zertifizierten Taucheruhr nichts falsch machen. Sie erfüllt erwiesenermaßen die hohen Anforderungen, die beim Tauchen an sie gestellt werden. Doch egal, ob man auf eine geprüfte Uhr oder ein vergleichbares Produkt einer vertrauenswürdigen Marke setzt, gibt es einige Zusatzfaktoren, auf die man beim Kaufen achten kann.
Bei geprüften Uhren wird der Magnetfeldschutz natürlich vorausgesetzt, doch auch bei allen anderen Armbanduhren zum Tauchen ist dieser Schutz sehr sinnvoll. Vor dem Uhrenkauf ist es daher klug sicherzustellen, dass das Innengehäuse über einen solchen Schutz verfügt oder ob äquivalent eine magnetische Feder aus Silizium verwendet wurde. Des Weiteren ist eine Taucheruhr besonders langlebig, wenn ein seewasserbeständiges Material wie Titan oder U-Boot-Stahl für das Gehäuse benutzt wurde. Bei der Verwendung von anderen Materialien, sollte die Armbanduhr nach jedem Kontakt mit Salzwasser mit Süßwasser abgespült werden.
Auch ist ein Monoblock-Gehäuse einem Gehäuse, das aus allzu vielen Einzelteilen zusammengesetzt ist, vorzuziehen. Da die Sichtverhältnisse in tiefem Gewässer immer schlechter werden, müssen Taucheruhren, beispielsweise durch entspiegeltes Glas, eine gute Ablesbarkeit gewährleisten. Bei der Frage des richtigen Uhrenarmbands ist Metall stets widerstandfähiger als Leder und Silikon passt sich dem Neoprenanzug, der sich der Temperatur entsprechend ausdehnt oder zusammenzieht, am besten an und ist somit rutschfest.

Taucheruhrenmodelle von preiswert bis kostspielig

Auch wenn Taucheruhren höchsten Anforderungen gerecht werden müssen, um die Sicherheit des Tauchers garantieren zu können, heißt es bei diesem Uhrentyp nicht: Je teurer, desto besser. Auch vergleichsweise günstige Armbanduhren zum Tauchen bieten die nötigen Ausrüstungsmerkmale. In der Preiskategorie bis 150 Euro ist hier momentan beispielsweise die „Rugged Field“ von Timex Expedition erwähnenswert. Wer etwas mehr ausgeben möchte, kann sich guten Gewissens an den Produzenten Chris Benz halten. Entsprechende Modelle wären die „Deep 500m“ oder eine „One Man“.
Die Firmen Seiko und Certina bieten schon im Preissegment bis 1000 Euro höchste Qualität, beispielsweise mit der „Seiko Scuba“ oder einer „Certina DS Action“. Wenn der Preis einmal keine Rolle spielen soll, finden Sie bei den Herstellern Chris Benz und Seiko nicht nur technisch, sondern auch optisch erstklassige Taucheruhren, die sicher lange Freude machen.

Rugged Field

Chris Benz Deep 500m Automatik

Certina DS Action

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